LoCura Sommerakademie 2009

Freitag, den 21. Mai 2010

Bewegung und Ausdruck als ganzheitliche Wellnesserfahrung

Fitness und Wellness sind heutzutage Worte des täglichen Sprachgebrauchs und entsprechende Angebote buchstäblich an jeder Ecke zu finden. In den meisten Fällen konzentrieren sich diese allerdings ausschließlich auf unsere körperliche Gesundheit. In Zeiten, die nicht nur hohe Anforderungen an unseren Körper, sondern vielmehr auch an unsere Psyche stellen, ist die Pflege und das Training dieses Aspektes unserer Persönlichkeit jedoch mindestens ebenso wichtig. Genau an diesem Punkt beginnt die Idee der LoCura Sommerakademie: Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz verbindet sie körperliches und geistiges Wohlbefinden im Tanz zu einer ausgeglichenen Einheit. Der Tanz ermöglicht es einerseits, Spaß mit dem Körper und seiner Bewegung zu haben und geht andererseits weit darüber hinaus, indem er den Ausdruck und die Entwicklung unserer geistigen Persönlichkeit fördert, die wiederum in direkten Zusammenhang mit unserer Ausstrahlung steht: Der menschliche Körper erstrahlt erst dann in vollem Glanz, wenn er in Einheit mit dem ihm innewohnenden Charakter ist.

Die LoCura Sommerakademie verfolgt dieses Ziel in einer Reihe ganz verschiedener Kurse, die sich sowohl für jene, die dem Tanzen bereits zugeneigt sind, als auch für interessierte Neulinge bestens eignen. Das Spektrum reicht vom Tanz nach afrikanischen Rhythmen und der Verbindung von Bewegung und chinesischer Heilkunst über indischen BollyDance und modernen Ausdruckstanz mit kreativen Medien bis hin zu Psychotherapeutischen Tanztherapien, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Da es in allen Kursen weniger darum geht, lediglich ein bestimmtes Bewegungsmuster einzustudieren als vielmehr darum, die eigene Persönlichkeit im Tanz zu pflegen und zu entwickeln, wird sehr viel Wert auf eine individuelle Betreuung der TeilnehmerInnen gelegt. Und so sind Anna Pohlmann, Gründerin des Psychotherapeutischen Instituts für Tanztherapie, und ihre erfahrenen Mitarbeiterinnen stets um eine möglichst persönliche Atmosphäre bemüht, um den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen optimal entgegen zu kommen.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Angeboten und den Personen der Akademie erhalten Sie unter: www.locura-hamburg.de

Die vollständige Infobroschüre steht hier zum Download bereit.

Sonic Fiction

Donnerstag, den 20. Mai 2010

Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres dringen bereits hell durch die Fensterritzen, als die Stimmung in dem kleinen Laden einen explosiven Höhepunkt erreicht. Die gezielte Bewegung fällt nun schwer, so voll ist es, und ebenso schwer fällt es, sich vom allgegenwärtigen Grinsen der wild im Viervierteltakt groovenden Partymeute nicht anstecken zu lassen.

Anders als man angesichts dieses Szenarios vermuten mag, befinden wir uns jedoch weder in der trendigen Hauptstadt der Bundesrepublik noch in einer anderen Metropole. Ganz im Gegenteil, denn die Assoziation „metropolitisch“ ist in Verbindung mit dem Städtchen Lüneburg gemeinhin eher ungewöhnlich. Und doch finden gerade hier erstaunlich regelmäßig Tanzveranstaltungen statt, deren hohes wie stabiles Qualitätsniveau in gewissen Großstädten trotz der deutlich höheren Auswahl keineswegs selbstverständlich ist.

Ursache für diese bemerkenswerte Eigenheit ist Sonic Fiction. Das Partykollektiv markiert seit 2001 den kreativen Kristallisationspunkt der kleinen Stadt in der nach ihr benannten Heide und funkelt trotz seiner unscheinbar anmutenden Umgebung in exotisch bunten Farben. Von Anfang an war der künstlerische Anspruch der kleinen Truppe sehr hoch, so dass Gameboy- gesteuerte Klangerzeuger oder Noise- Experimente mit Tortilla Chips auf ihren Veranstaltungen ebenso üblich waren wie ein Bass oder Schlagzeug neben dem DJ Pult. Gepaart mit einer denkbar unverkrampften Herangehensweise, bei welcher der emotionale Gewinn durch das gemeinsame Partyerlebnis und nicht etwa die Höhe der monetären Einnahmen die entscheidende Motivation lieferte, fanden die Partys von Sonic Fiction schnell regen Anklang im studentisch geprägten Milieu Lüneburgs. Im Jahre 2003 wurde mit dem eigenen Label zusätzlich eine musikalische Abschussrampe errichtet, von der aus die vielfältigen kreativen Produkte der Gruppe und ihrer Freunde auch über die Grenzen der Lüneburger Heide hinaus katapultiert werden konnten. Und genau von hier aus wurde jüngst ein weiterer Soundsatellit in den musikalischen Kosmos geschossen, dessen Name dem Motto von Sonic Fiction entspricht: So lange es Strom gibt!

In einer kurzweiligen Werkschau vermittelt die aktuelle Sonic Fiction Compilation einen musikalischen Eindruck vom Schaffen der Clique und so auch eine Idee davon, wie vielfältig es auf ihren Partys zur Sache geht. Der Spannungsbogen reicht von den luftig federnden Tech House Beats des Herrn Patlac, mittlerweile europaweit bekannt durch seine Veröffentlichungen auf Liebe* Detail, über den zwingenden Groove der Newcomer Wagner & Großmann bis hin zum erfrischend herzhaften Rumms des Sonic Fiction Vordenkers Harm. Doch wie es bei der Beschreibung komplexer sensorischer Erlebnisse immer so ist, stoßen beschreibende Worte hier schnell an ihre Grenzen. Der geneigten Hörerin und ihrem männlichen Pendant sei daher der Genuss der beigefügten CD nahe gelegt. Umfangreiche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Künstlern finden sich außerdem in den angegliederten Biografietexten.

So lange es Strom gibt! Da dies im Moment offenbar noch der Fall ist und zwar nicht nur im beschaulichen Lüneburg, kommst nun endlich du ins Spiel: Wir haben dich nämlich als ebenfalls leidenschaftlichen Partyveranstalter entdeckt, der sich hervorragend auf sein Handwerk versteht. Und da gleich und gleich sich gern gesellt, würden wir uns im Rahmen unserer Sampler Release Tour sehr über eine Zusammenarbeit mit dir freuen!

Toytoi Design Label

Mittwoch, den 19. Mai 2010

Aus dem ordnungstreu aufeinander gestapelten Alltagsgrau der westfälischen Provinzmetropole Münster funkeln neuerdings drei bunte Kristallisationspunkte der zeitgenössischen Illustrations- und Characterkunst. Schillernd brechen sich hier alle Farben des alltäglichen Gefühlslebens und erzeugen so ein anregendes Kaleidoskopspiel von heiterer bis tragikomischer Exotik. toytoi nennt sich das glitzernde Konstrukt und wie der Name erahnen lässt, verfolgt das Projekt der drei diplomierten Designer Andrey Duhnev, Malte Rommel und Jan Philipp Huss einen unverkrampft- spielerischen Ansatz. Gegen Ende letzten Jahres legte das junge Label sein erstes Erzeugnis vor. In geringer Stückzahl produziert, präsentiert der toytoi Kalender Liebhabern des Genres eine Art eröffnende Werkschau: Mal trifft die technische Präzision von Vektorgrafiken auf die organische Perfektion der Natur, mal sehr gegensätzliche Gefühlsregungen in charmant- krankhafter Weise aufeinander und dann führen die optischen Eindrücke wieder in farbenfrohe Welten voller bewusstseinserweiternder Formen und Muster. Nicht selten lässt sich bei all dem eine Bedeutungsschwangeschaft im fortgeschrittenen Stadium diagnostizieren und immer wieder blitzen Anspielungen auf zeitgenössische Designer- und Vinyltoys hervor. Obwohl die Arbeiten der toytoi Protagonisten stilistisch sehr heterogen sind, wirken sie nebeneinander doch erstaunlich stimmig und erweisen sich als gegenseitig ergänzend. Neben diesen vielfältigen internen Ressourcen verfügt das Label übrigens auch über zeitgemäße Schnittstellen zum Austausch mit externen Kreativitätspotentialen: So erlaubt es die so genannte Custom-Character Aktion, die digitale Faltvorlage eines Dummys mit Hilfe eines Druckers in die Welt jenseits der Bits und Bytes zu überführen und dann mittels Schere, Kleber, etwas Fingerfertigkeit und vor allem einer ordentlichen Portion Kreativität eine eigene kleine Characterskulptur zu erschaffen. Apropos Skulptur: Im Hause toytoi ist man zu Beginn des Jahres 2010 fleißig damit beschäftigt, die kuschelige Optik gewisser Werke auch buchstäblich greifbar zu machen…



Eine PDF Version dieses Profiltextes steht hier zum Download bereit.

Fortschritt3000

Montag, den 17. Mai 2010

In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre huschten dunkle Schatten über das sonst so idyllische und friedliche Mecklenburg: Vor allem einige jüngere Menschen suchten nach einem Grund für ihre aktuelle Perspektivlosigkeit und meinten diesen im Fremden zu erkennen, auf welches sie fortan ihren Hass richteten. Einen Kontrast zum rasch um sich greifenden Rechtsradikalismus bildete im Raum Neustrelitz eine Gruppe von Künstlern und Musikern, die durch ihren toleranten und weltoffenen Lebensstil eine Alternative aufzeigten. So waren sie bemüht, eine neue Perspektive zu erschaffen, die es ermöglichte, Freude am Leben zu entwickeln ohne vom Hass vergiftet zu sein. In der Sprache elektronischer Tanzmusik kommunizierten sie ihre Vision und gewannen rasch Anhänger, welche das Leben in der schönen Natur Mecklenburgs ebenfalls einfach nur genießen wollten. Auf diese Weise leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur lokalen Jugendarbeit, der ab 1998 unter dem Namen Fortschritt3000 von sich reden machte. Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen im Laufe der Jahre ihr Herzblut in dieses Projekt investierten, jedoch ist ihre Zahl sehr hoch. Ohne all zu sehr auf Trends zu schielen oder einen Profilierungszwang zu entwickeln ist Fortschritt3000 beständig gewachsen und vereint heute die beiden Musiklabels 3000° und Acker Records, eine kleine Bookingagentur sowie die eigene Veranstaltungsreihe SOS U-Ground. Letztere versorgt die Region durch ihre regelmäßigen Partys auf dem Gelände des Fusion Festivals mit elektronischer Musikkultur.