Mollono.Bass – Mein Versteckter Spielplatz

Dienstag, den 1. März 2011

Auf seinem Versteckten Spielplatz hat der Frühling bereits vollen Einzug erhalten: Die warme Luft ist erfüllt von heiterem Gelächter und überall bewegen sich nackte Füße rhythmisch im grünen Gras. Was Mollono.Bass auf seinem Debütalbum zum Besten gibt, offenbart nicht nur einen überaus entspannten Charakter sondern auch eine sehr eigenständige und unverkrampfte Definition von elektronischer Tanzmusik. So gibt der erste Titel Auf Der Wiese nicht nur einen augenzwinkernden Hinweis auf den optimalen Einsatzort für dieses Werk sondern bildet in seiner luftig-leichten Beschwingtheit auch eine Art stimmungstechnische Grundierung für das gesamte Album. Indes nimmt das muntere Treiben auf dem Versteckten Spielplatz ganz verschiedene Formen an: Mal wird es von augelassen hüpfenden Bässen und anregenden House-Rhythmen bestimmt, mal laden hypnotische Klangstrukturen zu Erwachsenenabenteuern ein. Vor allem sind es jedoch jener unverkennbare Instrumenteneinsatz und die damit verbundenen Melodien, mit welchen Mollono.Bass seinen erdigen Groove und mit ihm gewaltige Frühlingsgefühle heraufzubeschwören weiß.

Dieses Album ist auf Acker Records erschienen.

Osher – Twilight

Dienstag, den 22. Februar 2011

Ein unbeschriebenes Blatt ist Osher Swissa nicht gerade: Als Teil der beiden Projekte Ananda Shake und D-Fusion wusste der Israeli bereits in der Vergangenheit durch eine Reihe gelungener Produktionen zu überzeugen. Und so zeichnen sich die Werke, die er nun im Alleingang vorlegt, durch einen auffallend ausgereiften und eigenständigen Charakter aus. Auf seinem Debütalbum vollzieht Osher die Vermählung jener Erfahrungshorizonte, die seine beiden bisherigen Hauptprojekte repräsentieren. Das Ergebnis ist ein betörendes Zwielicht zwischen Tag und Nacht, zwischen Ruhe und Spannung, zwischen Psychedelic und Progressive. Beachtlich melodiös schichten sich die komplexen Arrangements der Titel aufeinander und entwickeln dabei eine sehr subtile Sogwirkung. Vibrierende Bässe im 16tel-Takt und dramatische Modulationsläufe sprühen geradezu vor positiver Energie- und doch bleibt der Gesamtkontext stets im Rahmen moderater Geschwindigkeiten und den verschiedenen Sounds wird viel Raum zur Entfaltung eines hochgradig hypnotischen Progressive-Grooves gegeben.



Diese CD wurde auf Blue Tunes Records veröffentlicht.

Interactive Noise – Rewire

Dienstag, den 22. Februar 2011

Leicht macht er es ihnen nicht gerade, jenen Zeitgenossen, die alles gerne sauber und ordentlich in Schubladen verpackt wissen. Denn was der Mexikaner Hugo Venegas auf seinem Debütalbum vorlegt, lässt sich einfach nicht eindeutig etikettieren- zumindest nicht, was die musikalische Stilrichtung angeht. Andererseits lässt sich das Material auf Rewire durchaus klar beschreiben- als hochgradig moderner, hochgradig euphorischer und hochgradig explosiver Partysound nämlich. Einmal erinnert der zwingende Druck einer Sidechain-komprimierten Basssektion an energetischen Progressive House, dann wieder sind es verspielte Klicker-Klacker Elemente, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihres minimalen Charakters ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Klassische Elemente von Progressive Trance wie federnde Offbeat Rhythmen und luftige Melodiearrangements finden sich auf dem vorliegenden Album gepaart mit technoid anmutenden Hallkaskaden und sich zu immer neuen Höhepunkten auftürmenden Soundeffektkulissen. Mit diesem Leckerbissen für all jene, welche die Möglichkeiten von aktuellem Progressive Trance ohne Scheuklappen erkunden, beweist SpinTwist Records einmal mehr seinen avantgardistischen Ansatz!



Diese CD wurde auf SpinTwist Records veröffentlicht.

Dreher & Smart – Zahrtwitz EP

Freitag, den 21. Mai 2010

Knapp ein Jahr nach ihrem musikalischen Wandertag ins winterliche Mecklenburg kehren die beiden Berliner Herren Dreher & Smart zurück auf den Acker. Erneut greifen sie hier beherzt in die Klaviatur ihres unverwechselbaren Groove- Repertoires und stimmen diesmal beachtlich hypnotische Akkorde an. So bilden ein blubberndes Bassgebräu und dezente, jedoch ziemlich vertrackte Rhythmuskonstruktionen die Grundlage von Flic Flac. Darüber schweben scheinbar schwerelos mysteriös anmutende Bläserklänge und Soundeffekte, die dem Titel einen dramatisch- cineastischen Charakter verleihen. Hirnholz wird seinem Namen dagegen in erster Linie durch zwingenden Schub im unteren Klangspektrum gerecht, der zusammen mit klickernden Geräuschkulissen eine sich kontinuierlich steigernde Sogwirkung entwickelt. Und im Spiegelkabinett geistern schließlich bedeutungsschwangere Sprachaufzeichnungen herum, die sich mit dem verträumt- melodiösen Charakter und dem organischen Basslauf dieses Titels harmonisch ergänzen.


Diese Schallplatte ist auf Acker Records erschienen.

V.A. – Indian Spirit

Donnerstag, den 20. Mai 2010

Obwohl nicht an den palmengesäumten Stränden Goa’s gelegen, wird das Indian Spirit Festival seinem Namen dennoch gerecht: Mit langjähriger Tradition unter den großen Trance Open Airs in Norddeutschland repräsentiert es nämlich die zeitgenössische Form jenes legendären Spirits, der vor 20 Jahren auf den Partys in Westindien herrschte. Und daher erwartet die Besucher vom 2. bis zum 6. September auch in diesem Jahr wieder eine vollständige Sammlung aktueller Trance Kultur. In einem nunmehr über ein Jahrzehnt andauernden Wachstumsprozess ist es dieser Freiluftveranstaltung gelungen, eine beeindruckende Synergie von Kunst, Ästhetik, Unterhaltungstechnologie und vielen anderen Genüssen und Annehmlichkeiten zu schaffen. Jedoch steht im eigentlichen Mittelpunkt natürlich eine andere Sache und die vorliegende Zusammenstellung gibt einen anregenden Vorgeschmack darauf: Die Musik. Die 9 Titel dieser Veröffentlichung repräsentieren moderne Open Air Kultur ebenso wie das Festival selbst und zwar in Form von sonndurchflutetem Progressive Trance. Assoziationen einer warmen Sommerbriese, die den Schweiß von nackter Haut kühlt, während man vom Lächeln vieler schöner Menschen umgeben ist drängen sich auf… dies ist die Indian Spirit!

Diese Compilation wurde auf AudioLoad Music veröffentlicht.

Audiomatic – Weekend Society

Mittwoch, den 19. Mai 2010

Es ist nicht immer leicht, das Leben auf jenem Ozean namens Alltag: Mal schlagen uns seine grauen Wogen über dem Kopf zusammen und dann wieder erleben wir eine Flaute, während der so gar nichts zu passieren scheint. Wie gut, dass wir von Wochenende zu Wochenende an exotischen Inseln andocken können. Kaum haben wir diese betreten, reißt der Himmel auf und bunte Lichtspiele erhellen unsere Gesichter und die all jener Menschen, die wir lieb gewonnen haben. Zusammengehalten wird diese Wochenendgesellschaft, die Weekend Society, von einem organisch rollenden Groove: Satte Offbeat-Bässe schaffen eine perfide Spannung zwischen Schwerelosigkeit und Anziehungskraft, knarzig-warme Klangstrukturen liefern abwechslungsreiche Assoziationsgrundlagen für die tanzenden Körper und verträumte Harmonien vermitteln Eindrücke von außerirdischer Weite. Dabei entwickelt sich die Dramaturgie des bereits dritten Audiomatic Albums aus einem gekonnten Spiel zwischen ruhigen, minimalen Parts und ekstatischen Höhepunkten. Der Spannungsbogen wird von einem Downbeat-Titel sowie zwei Remixes und Kollaborationsprojekten abgerundet.



Diese CD wurde auf SpinTwist Records veröffentlicht.

Eule:nhaupt & Molle:nhauer – Windkuhl EP

Mittwoch, den 19. Mai 2010

Ausgesprochen spaßig, ja manchmal gar ein bisschen angeheitert geht es zu auf der aktuellen Acker Scheibe. In ihren Remixen zu „Nouvelle Chance“ verstricken die Herren Eule:nhaupt und Molle:nhauer mit humorvollem Augenzwinkern ganz unterschiedliche musikalische Ideen mit treibenden Grooves. Schon während der ersten Takte von Version 1 wird klar, dass es sich hier um einen Titel mit starkem Songcharakter handelt: Auf bauchigen Basssounds dringen muntere Gitarrenklänge und die unaufdringlichen, fröhlichen Verse der französischen Sängerin ans Ohr, und auch die treibende, sich überschlagende Percussion erweckt einen handgemachten Eindruck. Die endgültige Zündung dieser Nummer erfolgt kurze Zeit später mit einem schmissigen Piano, welches die Wild West Atmosphäre einer ausgelassenen Saloon Sause eröffnet. Auch Version 2 besitzt starken Songcharakter, bedient sich dabei jedoch einer anderen Instrumentierung und kommt insgesamt etwas schlanker daher. Auf der B Seite verzichtet der Mollono.Bass Remix auf die Gesangseinlage und liefert in seiner funktionalen, reduzierten und geradewegs auf die Tanzfläche zielenden Art die für Acker Scheiben übliche Abwechslung. Abgerundet wird dies alles schließlich von der Originalversion des Berliner Duos Pupkulies & Rebecca.


Diese Schallplatte ist auf Acker Records erschienen.

Justin Side – Seewalde EP

Mittwoch, den 19. Mai 2010

Schlank, sportlich und ziemlich lässig schlendert die aktuelle Acker Nummer 18 ins Ohr und illustriert so ganz wunderbar den heiß ersehnten Beginn der Freiluftsaison. Anders als es der Name Justin Side vermuten lässt, sind es gleich zwei Herrschaften aus Dänemark, die hier den für ihre Heimat ungewöhnlichen Voodoo herauf beschwören. Auf sanft wiegenden Groove gebettet und mit tropisch warmer Percussion und umfangreichem Vocaleinsatz gespickt, zeigt sich dieser Zauber wirkungsvoll und doch unaufdringlich. Daneben ist in den Rillen der A-Seite ein minimal gehaltener Club Mix des Herrn Mollono.Bass untergebracht, dessen treibender Stil eher nächtliche Assoziationen weckt. Auf der B-Seite zieht er etwas andere Groove- Register und nennt das sonnendurchflutete Produkt treffend seinen Summer Mix. Und zu guter letzt repräsentiert der unverkennbar humorvolle Orgelklang von Rundfunk3000 die ganz eigene Mecklenburger Version des Voodoo.



Diese Schallplatte wurde auf Acker Records veröffentlicht.

Lula Circus – Blumenholz EP

Mittwoch, den 19. Mai 2010

Um den allmählich wieder aufkeimenden Frühling auch in musikalischer Hinsicht einzuläuten, hat sich die Belegschaft vom Acker Verstärkung aus den mediterranen Gefilden Italiens geholt: Nachdem die beiden Betreiber des Lula Circus mit ihren Veröffentlichungen auf Resopal erst kürzlich unter Freunden extravaganter Tech House Musik für Aufhorchen sorgten, treiben sie nun, passend zur Jahreszeit, erneut die Temperaturen auf den Tanzflächen nach oben. So hüpft das perkussive „Waiting For The Sun” auf einem ausgelassenen Bass daher und weckt mit seinen luftig- warmen Panflötensounds verträumte Frühlingsgefühle. Dahinter macht „Tears And Ice“ gleich in den ersten Takten deutlich, wo es hingeht: Nach vorne! Unter aufpeitschenden Hi Hats und bissigen Snare- Schlägen gräbt sich langsam aber beständig ein Pianoloop nach oben. Im Weiteren gesellt sich der rauchige und unerhört lässige Sprechgesang einer Dame hinzu und bereitet eine geradezu explosive Abfahrt vor. Die Panflöte von der A-Seite ist ein gefundenes Fressen für Herrn Mollono.bass und so kann man die Euphorie, mit der er sich auf der anderen Seite dieses Vinyls in einen Remix stürzt, deutlich heraushören. Neben seinem typischen, umfangreichen Percussion- Repertoire ist auch seine gewisse Hypnotik unverkennbar. Mit der „Lipstick Gang“ findet sich schließlich ein knackig- reduzierter Titel, dem diesmal eine rhythmisch betonte Männerstimme einen besonders legeren Touch verleiht.



Diese Schallplatte wurde auf Acker Records veröffentlicht.

Kotelette & Zadak – Babke EP

Freitag, den 7. Mai 2010

Kotelette und ein orientalischer Basar: Diese Vorstellungen mögen aufgrund der allgemeinen Ablehnung von Schweinefleisch in vielen vorderasiatischen Staaten zunächst so gar nicht zusammen passen. Dass beides dennoch ganz wunderbar zusammen funktioniert, beweist ein gleichnamiger Berliner Jung zusammen mit seinem Soundschrauber- Kollegen Zadak: Sie greifen die verträumte, exotische Stimmung eines orientalischen Streichinstruments auf und betten diese auf einen satten, federnden Groove. Garniert mit minimaler und dennoch sehr treibender Percussion kommt dabei das heraus, was man aus dem Hause Acker eigentlich schon gewohnt ist: Erfrischend andere Tanzmusik!
Auf der B-Seite erzählt uns Kombinat100 Mitglied Mollono.Bass seine Version dieses Märchens aus tausendundeiner Nacht. Diese Geschichte enthält einige interessante tech-housige Elemente und nimmt dadurch eine ausgesprochen spannende Wendung. Also nicht wundern, wenn es auf dem Dancefloor ähnlich trubelig wird wie auf einem Basar!

Diese Schallplatte ist auf Acker Records erschienen.